Partitionierung von Modellen mit Faktor-IPS
Grundmodell und Spartenspezifische Modelle
Bei der Abbildung des Produktspektrums eines Versicherungsunternehmens bietet sich die Differenzierung nach fachlichen Sparten an. Prozesse und Produkte sind innerhalb der Sparten ähnlich, können aber zwischen den Sparten sehr unterschiedlich sein. Man findet diese Differenzierung auch in den Organisationsstrukturen der Versicherungsunternehmen wieder. Für die Modellierung von Verträgen und Produkten liegt es daher auch nahe, Teilmodelle für unterschiedliche Sparten zu bilden.
Das im Einführungstutorial von Faktor-IPS erstellte Modell dient der Abbildung von Verträgen und Produkten der Sparte Hausrat. Hausratverträge haben u.a. Eigenschaften wie Wirksamkeitsdatum, Zahlweise und Beitrag und können Deckungen wie Grunddeckung und Zusatzdeckungen enthalten.
Wenn wir uns nun überlegen, auch ein Modell für Verträge und Produkte der Sparte Kfz zu entwerfen, werden wir feststellen, dass Kfz-Verträge auch Eigenschaften wie Wirksamkeitsdatum, Zahlweise und Beitrag besitzen und auch mehrere Deckungen enthalten können. Und auch bei der Betrachtung weiterer Sparten werden sich diese spartenübergreifenden Gemeinsamkeiten finden. Anstatt nun zum Beispiel die Zahlweise jeweils als eigenes Attribut der Klassen Hausratvertrag, Kfzvertrag, Unfallvertrag (…) zu modellieren, bietet es sich an, diese Gemeinsamkeiten einheitlich in einem spartenübergreifenden Teilmodell (Grundmodell) abzubilden, das den spartenspezifischen Teilmodellen als Basis dient. Die folgende Abbildung illustriert diese Trennung in spartenübergreifende und spartenspezifische Aspekte anhand des Beispiels aus dem Einführungstutorial. Um die Wiederverwendbarkeit des Grundmodells zu verdeutlichen, wurde das Beispiel hier um ein (fachlich ebenfalls stark vereinfachtes) Kfz-Modell erweitert.
Spartenübergreifende Attribute wie zahlweise und jahresbasisbeitrag sind dabei in entsprechenden Basisklassen Vertrag und Deckung verschoben worden. Ebenso ist die Beziehung zwischen Vertrag und Deckung Teil des spartenübergreifenden (Teil-)Modells. Spartenübergreifende Logik, wie zum Beispiel die Ermittlung des Jahresbasisbeitrags für alle Deckungen eines Vertrags, ist im Grundmodell abgebildet. Die Berechnung des Beitrags für die einzelne Deckung wird aber spartenspezifisch in den jeweiligen Subklassen der Spartenmodelle implementiert.